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Victoria Coeln
Seit Beginn der 90er Jahre formuliert Victoria Coeln ihr Interesse am
Verhältnis von Farbe, Licht und Raum. "Im Alltag bewegen wir uns
permanent im Lichtraum und somit in einem unendlichen Farbraum,
ohne uns dessen bewusst zu sein. Und doch werden wir ständig davon
beeinflusst. Ich versuche nun, diesen Farbraum besser zu begreifen - als
immaterielles 'Material', als Sprache verfügbar zu machen." (Victoria Coeln)
Mittels Licht und gemalter Filter schafft die Künstlerin ihre Farbräume
im privaten und urbanen Raum. Dort werden sie visuell wahrnehmbar - kommunizieren
mit Stadtbau und Bevölkerung - und können sogar betreten werden.
Wechselwirkend beeinflussen Architektur / Realraum und immaterieller Farbraum
einander und verändern damit ihr urbanes Umfeld - das Stadtbild. Jeder Passant,
der in den Farbraum eintritt, interveniert damit unmittelbar in die städtische
Struktur als polychromes, mobiles Lichtobjekt, das selbst polychrome Schatten
in den Realraum zeichnet.
Farbraum Bogen 48
Ihren jüngsten, immateriellen Kunstraum (aktiv von Abenddämmerung bis Morgengrauen) stellt
Victoria Coeln um den/im Kubus EXPORT Der Transparente Raum, in den
Brückenbogen 48, zwischen Inneren und Äußeren Gürtel - mitten in den
Hauptverkehrsfluss Wiens.
Tatsächlich interagieren hier zwei äußerst filigrane Elemente - Farbraum und
Glaskubus - in einem groben, gehetzten Umfeld, das nahezu unberechenbar ist.
Potenziert wird die hektische, urbane Stimmung durch den speziellen Zeitraum
der Vorweihnachtszeit.
Ruhe, leise Spannung werden von dieser Lichtarbeit ausstrahlen und in eine Insel
mitten im urbanen Fluss einladen. Immaterielle Farbe füllt täglich in der
Abenddämmerung den architektonischen Brückenraum und den Glaskubus. Brücken- und
Glaskörper reagieren auf den künstlichen Farbraum und machen polychrome Schatten
und Reflexe im Stadtbild sichtbar. Jeder Passant, der in den Farbraum eindringt und
ihn durchquert, wird darin integriert. Er wird Teil der visuellen Sprache. Je nach
seinen Bewegungen wird er wahrgenommen als “flüchtiges Lichtobjekt oder als temporäre
Ornamentik der historischen Stadtarchitektur“ (Victoria Coeln).
Distanz und Anziehung zugleich werden spürbar durch die geschützte Atmosphäre,
die der Kubus EXPORT um das Zentrum der Lichtarbeit entwickelt. Zur Eröffnung
wurde die innere Ruhe durch geladene Künstler und Gäste behutsam aufgebrochen.
Der Tänzer Sebastian Prantl nahm in Bewegungssequenzen die immaterielle Farbe
auf und übertrug sie in Raum und Zeit. Die Cellistin Karin Hopferwieser transponierte
Farbe in Tonschwingungen. Die Malerin Ilse Gewolf entwarf
an den Glaswänden temporäre
Licht-/Schattenspuren. Nun ist das Zentrum der Lichtarbeit im Kubus zu bestimmten
Zeiten und gegen Vereinbarung öffentlich zugänglich.
Victoria Coeln
erschafft radikal neu den Farbraum als überdisziplinären Sprachraum.
Künstler und Passanten formulieren darin ihr visuelles Vokabular im Dialog mit der Stadtarchitektur.
Dauer des Projekts
von 22. November bis 22. Dezember 2002
Kubus EXPORT Der Transparente Raum
Gürtelbogen 48, Hernalser Gürtel/Friedmanngasse
U-Bahn-Station Josefstädterstraße
öffentlich zugänglich ist das Zentrum der Lichtarbeit im Kubus EXPORT
jeden Dienstag u. Donnerstag 18 - 20 Uhr und nach Vereinbarung
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