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Immaterielle Lichtfenster ins Nichts

In zwei Etappen hat sich die Befreiung vom Bild in der bildenden Kunst vollzogen: in der ersten Hälfte des 20. Jh. mit der Entwicklung des Kubismus über den Dadaismus bis hin zum Abstrakten Expressionismus. Massgebend waren hierbei Fotografie und Film, die alle Wahrnehmungen revolutionierten und die ikonographischen sowie technischen Mittel beeinflussten. Mit Performance-Art, Happening und Fluxus etc. ist der Grundstein für die Erweiterung des Kunstbegriffes gelegt worden und somit für eine Dematerialisierung, die uns im Schnellraffer zur Medienkunst bringt.

Victoria Coeln malt immaterielle Farbraumstücke um das Licht in den Raum zu setzen, Lichtfenster zu erzeugen, die unsere Sehnerven reizen, herausfordern und uns an die Schnittpunkte unserer Wahrnehmung bringen. So bleibt die Frage immer noch offen, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir die Lichtfenster betrachten, und wir wissen, dass die Nervenzellen im Gehirn untereinander nicht verbunden sind... Sie beginnen und enden an einem kleinen Spalt: Das flackernde Muster, von den kleinen Funken der Gedanken hervorgerufen, wird wieder zur realen Form und Substanz unserer Ideen. All unsere Gedanken haben ihren Ursprung an diesem kleinen Punkt des Nichts. (Verena Formanek, Basel, veröffentlicht in der Publikation Abstraction_Now, erschienen 2004 in der Edition Camera Austria)


Diese Lichtfenster erweitert Victoria Coeln in aktive Farbräume, in immaterielle Räume, die tatsächlich physisch betreten werden. Hier kann jeder die Entwicklung von Gedanken und Emotionen beobachten, ja sogar aktiv beeinflussen, während seine Farbschatten in jedem Moment neue, flüchtige Bilder malen, perpetually on the move.

 

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