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Lichtraum Sokrates

Chromotop für den

Schlosspark Kassel-Wilhelmshöhe

 

8 gemalte Glasfilter:

Reprolux auf Hartglas, je 18x18cm

8 Lichtraumprojektoren:

VarioZoom 35-50°, 150W, 4200K

Format: Breite 9m, Höhe 4,5m, Tiefe 10m

Objekt: Halle des Sokrates

im Schlosspark Kassel-Wilhelmshöhe
LICHT(e) WEGE 2005, Kassel, 1. - 31.7.2005

Lichtpartner (e-mail:) LICHTFABRIK HALOTECH

Eröffnung am 1.7.2005 mit Sonnenuntergang

               Bertl Mütter, Posaune

Für Sokrates ist die menschliche Seele das Zentrum, von dem alles ausgeht, um das sich alles dreht; einzig in unserer Seele finden wir Weisheit und Erkenntnis ("Erkenne dich selbst"), im Wissen das Gute und Eudämonie (Glückseligkeit).

In „Lichtraum Sokrates“ interagiert die Architektur der Halle des Sokrates mit dem Chromotop, einem formfreien, künstlich hergestellten Lichtraum (altgriech. chroma = Farbe, tópos = Ort, Raum). Der Realraum, Materielles, ist ohne Licht nicht sichtbar. Das Chromotop, pures Licht, ist ebenfalls nicht sichtbar. Erst beides gemeinsam, die Schnittmenge, erzeugt Sichtbarkeit. Licht und Lichtfarbe befinden sich ständig in einer intensiven, interaktiven Beziehung mit Materie, mit Natur, Architektur und Mensch.

Durch diese Interaktion entsteht in „Lichtraum Sokrates“ ein offener, kontemplativer Kunstraum, Raum vielleicht für ein Ausbreiten und Begegnen der Seele im Sokratischen Sinn. Ebenso wie Licht existieren ja auch wir zugleich materiell und immateriell: Für mich entspricht unser Körper den Lichtteilchen – und unser Geist, unsere Seele, dem Wellencharakter des Lichts. "Wir sind Licht" erklären uns die Weltreligionen schon seit langem, bestätigt heute die Quantenphysik.

„Lichtraum Sokrates“ ist das Angebot, unsere Verbindung zu Licht aufzunehmen, neu zu finden, zu stärken, zu verändern. BesucherInnen, die sich auch körperlich auf diese Erfahrung einlassen möchten, begeben sich direkt in das Chromotop: betreten den aktiven Lichtraum zwischen der Halle des Sokrates und den Lichtquellen. Jetzt verbinden sich vielschichtig lasierende Farbschatten, immaterielle Körper, mit manifester Architektur. Ständig in Bewegung werden vertraute oder auch fremde Formen in den offenen, ursprünglich formfreien Lichtraum projiziert - flüchtige Raum-Zeit-Segmente kinetischer Malerei.

Dieses Chromotop, entwickelt im Schlosspark Kassel-Wilhelmshöhe, bringt eine neue Leichtigkeit an den dafür ausgewählten Ort, in den nächtlichen Park. Mit der lebendigen Qualität des Lichts (gefiltert durch transparente Malerei) und mit der langsamen Veränderung der eigenen Position (im passiven Vorbeigehen oder im aktiven Durchqueren der Architektur) beginnen sich erlernte Perspektiven, reale Bilder, in Raum und Zeit - in Licht aufzulösen.

Victoria Coeln, Wien-Kassel 2005

 

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